Padel ist für viele in der Schweiz immer noch ein Fremdwort. Der Sport ist eine moderne Mischung aus Tennis und Squash. Bis Padel in die Schweiz kam dauerte es lange. Rico Jacober hat 2006 dann die ersten Spielmöglichkeiten präsentiert. Ich habe mit ihm den Weg des Padels vom Spanischen Könighofes bis in das verschlafene Schaffhausen genauer angeschaut.
Das Spiel
Noch nie ein Padel-Spiel gesehen? So sieht ein typischer Ballwechsel im Padel aus:
Aus der Not zum Trend
Der heutige Trendsport Padel entstand Mitte der 1960er auf einer mexikanischen Residenz aus der Not heraus. Der Mexikaner Don Enrique Corcuera nutzte einen kleinen, auf seinem Grundstück ungenutzten Platz zu einem kleinen Tennisplatz um. Einziges Problem: Der Platz war von mehreren Wänden begrenzt.

Deshalb bedarf es schlussendlich eines eigenen Regelwerkes.
Dieses Spiel schwappte danach dann auch auf den spanischen Königshof über. Dort entdeckte der spanische Prinz Alfonso von Hohenlohe den Sport für sich und liess in seinem Hotel einen Platz errichten. Von dort aus verbreitete sich die Faszination für Padel mit jedem Reisenden mehr, der den Sport in die Welt hinaus trug.
Von da an entwickelte sich Padel immer weiter und gewann immer mehr an Popularität vor allem in Südamerika und der iberischen Halbinsel. in Argentinien übertraf der Umsatz mit Padel-Ausrüstung gar den des Fussballs.



Bis der Sport aber auch in der Schweiz Fuss fassen konnte, brauchte es noch ein paar Jahrzehnte und einen Initiator.
Der Mann, der den Stein ins Rollen brachte
Das ist Rico Jacober, der Gründer, der Schweizer Padel-Szene

Der langjährige Schweizer Tennis-Spieler Rico Jacober geriet während seinen Studienjahren in den USA erstmals mit Padel in Kontakt- und verliebte sich kurzerhand in die Sportart: „Die Kombination aus diesen beiden Sportarten faszinierte mich und auch der Fun-Faktor ist beim Spielen viel grösser und infizierte mich wie ein Virus“, erzählt er.
1992 hat er sein erstes Padel-Spiel gespielt. Von da an ging es mit seiner Padel-Karriere als Spieler steil bergauf. Während seiner Studienzeit wurde er dann auch von dem amerikanischen Padel-Team aufgenommen und spielte bei drei Weltmeisterschaften für die USA. Nach nach sieben Jahren als Mitglied des amerikanischen Teams zog es ihn dann 2005 zurück in die Schweiz.
Nach der Anfrage des amerikanischen Verbandes für eine letzte Weltmeisterschaft für das USA-Team, sah sich Rico Jacober aber vor ein Problem gestellt: Wo kann ich in der Schweiz trainieren?


Die ersten Plätze in der Schweiz
Für die Weltmeisterschaften musste sich Rico Jacober bei der Vorbereitung hauptsächlich auf körperliches oder konditionelles Training verlassen. 2006 beschloss er dann aber Padel auch in der Schweiz spielbar zu machen und gründete den schweizerischen Padelverband. Gleichzeitig errichtete er an der Gewerbeausstellung Comexpo auf einem Eishockeyfeld einen temporären Padel-Platz mit Turnier.
Nach diesem ersten erfolgreichen Versuch wurde dann dieser temporäre Platz in Schaffhausen im Längenberg fix installiert. Von dort aus verbreitete sich der Padelsport immer weiter in der Schweiz über Unterengstringen, wo das erste Padelcenter errichtet wurde bis in die ganze Schweiz.
Rico Jacober, der den Stein für diese Entwicklung ins Rollen brachte, freut sich über das wachsende Interesse in der Schweiz.
Es ist schön zu sehen, dass in der ganzen Schweiz diese Leidenschaft aufgenommen wurde und auch mehr Padel-Plätz gebaut werden.
Rico Jacober, Gründer der Schweizer Padel-Szene
Padel auch in der Munotstadt
Nach diesem ersten Platz in Schaffhausen dauerte es aber lange bis auch in Schaffhausen das Angebot an Plätzen ausgeweitet wurde. 2021 gründete die PDL Group im Mühlental das erste grössere Center im Kanton mit insgesamt vier Doppelplätzen und einem Einzelplatz.
Zuständig für die Halle ist der Schaffhauser Carlo Ricci, der in den letzten beiden Jahren mit viel Eigenwerbung und einem stetig wachsendem Angebot an Training und Turnieren Schaffhausen zur Padel-Stadt mutieren zu lassen.

Padel- Das Tennis der Zukunft?
In knapp 60 Jahren über 10 Millionen Spielerinnen und Spieler weltweit- Padel gehört zu den am schnellsten wachsenden Sportarten. Der Sport gewinnt immer mehr an Popularität und breitet sich weltweit weiterhin aus. Könnte Padel vielleicht mit diesem steilen Anstieg gar seinen grossen Bruder Tennis überholen?
Für den Schweizer Padel-Mitbegründer Rico Jacober ist die Anwort klar: Vielleicht. Wie sich der Sport in Zukunft noch weiterentwickle sei aktuell nicht einzuschätzen. Die Beliebtheit kann exponentiell weitersteigen oder irgendwann langsam stagnieren. Zudem habe der Tennissport einen meilenweiten Vorsprung.
Rico Jacober stellt sich noch eine andere Frage: Müssen die beiden Sportarten miteinander konkurrieren oder können sie sich gegenseitig helfen? Schon jetzt werde in Tennis-Akademien vielmals auf Padel gesetzt, um ein erstes Spielverständnis zu erhalten, bevor man dann auf den grossen Platz wechselt. Mit solchen Synergien könnten Padel und Tennis für die Zukunft zusammen weiter wachsen und auf höheres Niveau in beiden Sportarten kommen.
Geil wies machsch
Danke Bruder, gibi gern zrugg 😉